Geschichte

Unsere Gründung durch den Sekretär der Christentumsgesellschaft, Christian Friedrich Spittler (1782-1867), ist eingebettet in die kirchliche Bewegung des Pietismus im 18. und 19. Jahrhundert. Ein starker Bezug zur Herrnhuter Brüdergemeine befruchtete das geistliche und gemeinschaftliche Leben und den sozial-diakonischen Auftrag. Elemente eines Lebens in verbindlicher christlicher Gemeinschaft, unter Gottes Wort, im Gebet und im Handeln aus dem Glauben heraus, sind für uns richtungweisend.

Die Gründung knüpft zudem am Ordensgedanken der ungeteilten Kirche an, der in den Kirchen der Reformation vergessen ging. Wir beziehen uns seit den Anfängen auf die Lebensform des geregelten Betens und Arbeitens und entdeckten dazu schrittweise die von Gottes Wort inspirierte Benediktsregel aus dem 6. Jahrhundert.

Die Entwicklung der Kommunität wird durch die Menschen, die ihr angehören und durch zeitbedingte gesellschaftliche Gegebenheiten geprägt. Wir unterscheiden verschiedene Phasen der Geschichte:
Die Gründungszeit wurde geistlich und organisatorisch wesentlich durch die erste Oberin, Schwester Trinette Bindschedler (1825-1879), geformt. Als Ziel der Gründung im Jahr 1852 formulierte Spittler, «dass der Wille seiner (Gottes) barmherzigen Liebe hierin geschehe zum Heil der leidenden Menschheit und zum Preise seines hochheiligen Namens». Der Zeit des Aufbaus folgten Phasen der Institutionalisierung und der Übernahme von zahlreichen Aufgabenfeldern in der ganzen Schweiz. Mit dem Kleinerwerden der Schwesternzahl und der bewusst gestalteten Neuorientierung wurden Institutionen wieder abgegeben. Die kommunitäre Ausprägung der Schwesterngemeinschaft wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts akzentuiert und vertieft. Dies mündete 2008 rechtlich in die Anpassung des Namens und der Statuten.